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Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September

Fachstelle für sexualisierte Gewalt in Mainz fordert mehr Sichtbarkeit für betroffene Männer und queere Personen

Anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstags am 10. September 2026 macht die Männer*beratung Mainz – Anlaufstelle für Männer und trans*, inter* und nicht-binäre Personen, die Sexualisierte Gewalt erlebt haben, auf einen wichtigen Zusammenhang aufmerksam: sexualisierte Gewalt ist ein Risikofaktor für psychische Krisen – und betrifft nicht nur Frauen, sondern in erheblichem Maß auch Männer sowie genderqueere Personen. Viele Betroffene tragen die Folgen von Sexualisierter Gewalt still und unbehandelt, mit teils schwerwiegenden Konsequenzen für ihre psychische Gesundheit.

„In unserer Beratung erleben wir immer wieder, dass insbesondere Männer ihre Gewalterfahrungen jahrelang mit sich selbst ausmachen“, erklärt Marco Jodes, Mitarbeiter der Männer*beratung. „Die Scham, die Stigmatisierung von Sexualisierten Gewalterfahrungen, aber auch gesellschaftliche Vorstellungen von Männlichkeit verhindern häufig, dass sich Betroffene frühzeitig oder generell Unterstützung suchen.“

In Deutschland ist die Suizidrate bei Männern nach wie vor deutlich höher als bei Frauen. Starre, überkommene Männlichkeitsbilder erschweren die Auseinandersetzung und damit die Verarbeitung von Gewalterfahrungen. Auch queere Jugendliche und Erwachsene gelten als besonders suizidgefährdet – eine Realität, die eng mit struktureller Diskriminierung und einer erhöhten Gewaltbetroffenheit zusammenhängen.

„Sexualisierte Gewalt ist nach wie vor ein Tabuthema – und das umso mehr, wenn es Männer oder queere Menschen betrifft“, betont Leah Krieger, Mitarbeiterin der Männer*beratung. „Viele Betroffene entsprechen nicht den gängigen Stereotypen von Betroffenheit. Sie erleben Ablehnung, Sprachlosigkeit und Isolation. Das ist nicht nur verletzend, sondern im schlimmsten Fall lebensgefährlich“.

Sexualisierte Gewalterfahrungen zu entstigmatisieren und besprechbar zu machen sind daher elementare Bausteine in der Bekämpfung von Suizid und der Unterstützung von gewaltbetroffenen Personen.

Die Mainzer Fachstelle ist angesiedelt unter dem Trägerverein Frauen*notruf Mainz e.V. Angeboten wird Fachberatung zum Thema Sexualisierte Gewalt für betroffene Jungen, Männer und TIN* Personen ab 12 Jahren, deren Bezugspersonen und Fachkräfte. Neben Präventionsarbeit engagiert sich die Fachstelle auch in der Öffentlichkeitsarbeit, um der Stigmatisierung Sexualisierter Gewalterfahrungen entgegenzuwirken, und Betroffene zu ermutigen, sich Unterstützung zu suchen. Aktuell ist die Fachstelle dank einer Förderung des ehemaligen MFFKI für das laufende Jahr gesichert. Die Finanzierung ab Januar 2027 ist bisher jedoch ungeklärt.
 

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